Autorin: Bettina Dauwalder, Redaktion grünlinks

Der queer-feministische Streiktag 2026 soll auf viele Schultern verteilt werden: Kollektive, Organisationen, Gewerkschaften, Parteien, aber auch Freund*innen, Yoga- und Sportteams sind aufgefordert, sich im Quartier, auf dem Spielplatz, in der Badi, auf einer Wiese oder in der Kirche zu treffen. Das gemeinsame Kennzeichen bilden die Farbe Lila und die feministischen Signete. In seinem Aufruf erwähnt das feministische Streikkollektiv Bern eine ganze Palette von Aktionsideen: Gartenfeste, Wohnzimmerkonzerte, Yogastunden im Park, politische Diskussionsrunden und Workshops. Wichtig sei, dass die Aktivitäten im Einklang mit grundlegenden Werten wie Gleichheit, Gerechtigkeit, Empowerment und die Bekämpfung von Diskriminierung in all ihren Formen stünden. Und weiter: «Beiträge sollten die Vielfalt der Geschlechter, Ethnien, sozialen und sexuellen Orientierungen und Fähigkeiten anerkennen und thematisieren.»

Am Nachmittag «Alle auf dem Bundesplatz!»

Am Nachmittag sollen alle aus allen Richtungen in Spaziergängen, Velotouren oder Rollschuhkorsos auf den Bundesplatz strömen. Hier wird das feministische Streikkollektiv für Stände, Reden und Musik sorgen.

 Queer-feministischer Tag im GB

Wie jedes Jahr wird auch das GB mitmachen. GB-Stadtrat Karel Ziehli plant mit motivierten Mitgliedern, eine Aktion auf die Beine zu stellen. “Wir wollen einen Wagen schmücken, Flyer vorbereiten und weitere Aktivitäten durchführen – all das bei einem gemeinsamen Frühstück. Anschliessend machen wir einen Spaziergang von der Lorraine zum Bundesplatz.” Thematisch soll eine Verbindung zur Migrationspolitik und Sorgearbeit hergestellt werden. “Das auch im Hinblick auf die SVP- Initiative”, sagt Karel, denn ausgerechnet am 14. Juni wird über die unsägliche Chaos-Initiative abgestimmt. 

Der 14. Juni bildet im GB den Auftakt für die Gründung einer Arbeitsgruppe “Queerfeminismus”. Die AG soll Raum bieten, um über Intersektionalität und Queerfeminismus zu diskutieren und Forderungen aufzustellen. 

2027 – der Care-Streik kommt

In Gesundheits- und Sozialberufen ist der Sonntag kein Ruhetag. In Spitälern und Heimen wird rund um die Uhr gearbeitet. Denn auch an Sonntagen müssen Menschen gepflegt und betreut werden. Deshalb überlegen sich die Beschäftigten in diesen Branchen, wie der diesjährige Erwerbsarbeitstag bestreikt werden kann. Mit der Pflegeinitiative wurden Verbesserungen der Arbeitsbedingungen gefordert und von der Stimmbevölkerung vor fünf Jahren mit grossem Mehr angenommen – umgesetzt ist immer noch herzlich wenig.

Für alle soll der diesjährige Streik der Auftakt für den grossen nationalen Streik 2027 unter dem Motto «Ohne Care kein Leben!“ sein.

Weitere Infos gibt es auf der Website des feministischen Streikkollektivs Bern.

Wer bei der GB-Aktion mitmachen will, meldet sich direkt bei Karel Ziehli, GB-Stadtrat.