Medienmitteilung: Günstiger Wohnraum im Mädergut: Sozialverträgliche Verdichtung, ökologische Aufwertung und Verkehrsbefreiung konsequent umsetzen
Das Grüne Bündnis und die Junge Alternative begrüssen die Absicht des Gemeinderats, im Mädergut-Areal im Westen von Bern mehr preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Für eine nachhaltige und sozialverträgliche Arealentwicklung ist entscheidend, dass 100% gemeinnütziger und preisgünstiger Wohnraum entsteht, dass die heutigen Mieter*innen und die Quartierbevölkerung frühzeitig in den Prozess einbezogen werden, dass die Vorgaben zu Energie, Klima und Umwelt konsequent umgesetzt und der Verkehr auf ein Minimum reduziert wird.
In seiner Mitwirkungseingabe betonen das Grüne Bündnis (GB) und die Junge Alternative (JA!), dass die Verdoppelung von heute 160 auf 350 Wohnungen ein wichtiger Beitrag zur Entspannung der aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt darstellt. Gleichzeitig ist die Arealentwicklung Mädergut mit Risiken verbunden: Die grosse Mehrheit der Wohnungen wird heute im GüWR-Segment vermietet; viele der aktuellen Mieter*innen dürften daher bei der Wohnungssuche einen schweren Stand haben. Weiter ist das Mädergut eines von vielen Bau- und Sanierungsprojekten im Berner Westen, die zusammengenommen ein hohes Risiko für soziale Verdrängungseffekte und den Anstieg der durchschnittlichen Mietzinse im Quartier mit sich bringen.
Das GB und die JA! fordern daher mit Anträgen, dass im Mädergut 100% gemeinnütziger und preisgünstiger Wohnraum entsteht und davon mindestens die Hälfte im GüWR-Segment vermietet wird. Um die Mietzinse tief zu halten, soll kostengünstig gebaut und bereits bei der Baurechtsvergabe ein Maximalmietzins festgelegt werden.
Der Ersatzneubauten an der Mädergutstrasse erachten das Grüne Bündnis und die Junge Alternative als sinnvoll. Für die Gebäude an der Bottigen- und Kleefeldstrasse beantragen wir, auf einen Abriss zu verzichten und stattdessen die Gebäude zu erhalten und allenfalls sanft zu sanieren. Damit wird nicht nur graue Energie gespart; auch die Mietzinse können tiefer gehalten werden und bestehende Mieter*innen je nach Sanierungsart in ihren Wohnungen bleiben.
Zudem ist die ganze Arealentwicklung konsequent sozialverträglich zu gestalten. Dazu gehört, dass Mieter*innen frühzeitig und umfassend informiert und bedarfsgerecht bei der Wohnungssuche begleitet werden und dass sie ein Vormietrecht haben auf die neuen Wohnungen und/oder Zugang zu anderen (GüWR-) Wohnungen im Quartier. Weiter fordern das GB und die JA!, dass das Areal konsequent in Etappen entwickelt und das Quartier frühzeitig einbezogen wird, um Ängsten und Unsicherheiten vorzubeugen und die weitere Entwicklung des Areals gemeinsam zu gestalten.
Die Ausführungen im Masterplan und die ZPP-Vorschriften betreffend Energie, Klimaschutz, Klimaanpassung, Biodiversität und Begrünung sind aus Sicht des GBs und der JA! zu begrüssen und konsequent umzusetzen. In Bezug auf die Familiengärten beantragen wir, dass diese innerhalb der neuen Siedlung eingeplant werden, denn sie bieten Raum für Erholung und Begegnung und fördern die Biodiversität im dicht bebauten Quartier. Schliesslich regen das GB und die JA! an, im Mädergut eine autofreie Siedlung zu planen, da das Areal mit dem ÖV sehr gut erschlossen ist und die Kosten für eine teure unterirdische Parkierung eingespart werden.
Die Mitwirkungseingabe des Grünen Bündnis (GB) und der Jungen Alternative (JA!) finden Sie hier.