Motion: Solar-Kraftwerk Bern
Franziska Geiser, Katharina Gallizzi (GB)
Auftrag
Der Gemeinderat wird beauftragt, zur Ausschöpfung der Potenziale von Strom aus Photovoltaik (PV) auf dem Gemeindegebiet der Stadt Bern die Energie- und Klimastrategie 2035 in folgenden Bereichen zu ergänzen:
- Zielsetzung: Bis 2035 sind die Potenziale für die Erzeugung von PV-Strom auf Dächern und an Fassaden von privaten Liegenschaften zu mindestens 80% auszuschöpfen.
- Zur Erreichung dieser Zielsetzung sind Anreizsysteme und technische Unterstützung der Privaten (insbesondere Contracting und Speichertechnologien, Pilotprojekte) durch die Stadt zu gewährleisten.
- Die Stadt bzw. ewb tritt selbst proaktiv als Contractor auf und mietet Flächen von Privaten an für den Betrieb von eigenen Photovoltaik-Anlagen.
Begründung
Die Stadt Bern soll ein koordiniertes, vielfältig vernetztes «Kraftwerk» für Solarenergie werden. Dies nicht nur durch die entsprechende Ausschöpfung der PV-Potenziale auf den öffentlichen und städtischen Liegenschaften und den dazu geeigneten weiteren Flächen, sondern zunehmend auch durch die aktive Förderung, Beratung und Unterstützung der Investitionen in immer mehr PV-Anlagen auf privaten Liegenschaften.
Die Energie- und Klimastrategie des Gemeinderates vom Oktober 2024 hat hierzu die Grundlagen und konkrete Zielsetzungen und Massnahmen vorgelegt. Ebenso bietet die heutige Energiegesetzgebung auf allen Ebenen geeignete Grundlagen.
Damit die erheblichen Solarstrom-Potenziale auf privaten Liegenschaften bis 2035 ausgeschöpft werden; braucht es aber mehr. Anstatt darauf zu hoffen, dass private Eigentümmer*innen von geeigneten Dach-Fassaden und weiteren Flächen den Solarausbau selbst vorantreiben, sollen die Stadt und ewb aktiv auf die privaten Eigentümer*innen zugehen und ihnen ein einfaches Vorgehen ermöglichen. Heute halten rechtliche, technische und wirtschaftliche Gegebenheiten die Eigentümer*innen oft von entsprechenden Investitionen ab. Diese Hürden müssen beseitigt werden.
Die Stadt kann hier mit Modellen wie Contracting (ewb produziert auf privaten Flächen), Zurverfügungstellung von Speicherkapazitäten (pro Quartier bzw. geeignete Wohn- und Gewerbeflächen), Vermittlung von Knowhow und Betrieb von Pilotprojekten und Versorgungsmodellen (ZEV, LEG) einen wichtigen Impuls und Anschub-Beitrag leisten.
Die Vorteile eines städtischen/ewb-Contracting-Engagements sind:
- ewb hat das nötige Know-how für Planung, Bau, Betrieb, Einspeisung, Speicherung, Verteilung, Verkauf etc. des Stroms und damit die Voraussetzungen für ein effizientes Management.
- Für Eigentümer*innen von geeigneten Dach-, Fassaden- und weiteren Flächen wird das Vorgehen sehr viel einfacher. Die vielen Hürden bei der Planung, beim Bau und im Betrieb fallen weg. Dies gilt insbesondere auch für die Investitionshürden. Es resultiert für die Eigentümer*innen sogar eine Mieteinnahme für bisher ungenutzte Flächen.
- Die Anwendung eines erprobten Systems in Modulbauweise führt zu Kosteneinsparungen.
- Zwischenhändlerinnen fallen weg: ewb muss den Strom nicht einkaufen, sondern produziert ihn selbst und verkauft ihn direkt an die Endverbrauchenden.
- ewb kann, wo nötig und sinnvoll, für die kurzzeitige oder längerfristige Speicherung der Energie (Batterien, Wasserstoffproduktion etc.) sorgen.
Die entsprechende Ergänzung der gemeinderätlichen Energie- und Klimastrategie ist die Grundlage für die Vision eines «Solar-Kraftwerks Bern», welches die aktive und gemeinsame Ausschöpfung der Solarenergie in der Stadt Bern in einem Massnahmenmix zwischen öffentlicher und privater Nutzung gewährleistet.