Auftrag: 

Der Gemeinderat wird aufgefordert:

  1. Eine Planung mit Terminierung und Kostenberechnung für Biodiversitäts- und Klimamassnahmen im Bereich Landwirtschaft vorzulegen.
  2. Folgende Inhalte sind unteranderem vorzusehen:
    1. Prüfung und Bewertung des Aufwertungspotenzials aller Landwirtschaftsflächen auf Stadtgebiet.
    2. Terminierung einer Anpassung der Pachtverträge städtischer landwirtschaftlicher Grundstücke gemäss den Zielen des Biodiversitätskonzepts
    3. Anbietung von Beratung von Einzelbetrieben für eine umweltverträgliche Landwirtschaft
    4. Einführung von städtischen Beiträgen für Verzicht auf Herbizide im Ackerbau, wichtige Artenprojekte und zur Förderung wichtiger Elemente (z.B. Wildhecken, Bäume, Saatgut, Kleinstrukturen, Stillgewässer etc.)
    5. Erstellung eines Monitoringkonzepts über mindestens 10 Jahre für die Wirkungskontrolle der umgesetzten Massnahmen.

Begründung: 

Der Biodiversitätsschwund ist eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit. Da der Rückgang der Biodiversität langsam und schrittweise vor sich geht, wird die Tragweite der Problematik bisher zu wenig wahrgenommen. Der Erhalt der Biodiversität liegt jedoch in unseren eigenen Interessen. Wirtschaft und Gesellschaft hängen von funktionsfähigen Ökosystemen ab.

Die letzten Jahre konnte im Siedlungsgebiet erfreulicherweise der Anteil naturnaher Lebensräume zugunsten der Biodiversität erhöht werden. Vom Gemeindegebiet ist jedoch insgesamt nur die Hälfte Siedlungsgebiet. Der Rest ist Wald und Landwirtschaftsland. In diesen Gebieten ist die Arten- und Lebensraumvielfalt ungenügend und es gibt viel Aufholbedarf.

Aktuell sind einzig 13.5 % des Landwirtschaftgebiets biodiversitätswirksam. Als biodiversitätswirksam gelten die Biodiversitätsförderflächen BFF gemäss Direktzahlungsverordnung DZV. Der Anteil an biodiversitätswirksamen Flächen wie Blumenwiesen, Gehölze und Hecken in Bern ist im Vergleich zu Nachbargemeinden tief. Wildtieren finden wenig Unterschlupf und Nahrung. In der Kulturlandschaft fehlen ihnen die notwendigen Lebensräume.

Der Gemeinderat wird deshalb aufgefordert, eine Planung zu erarbeiten, wann und wie biodiversitätswirksame Flächen im Landwirtschaftsgebiet in den nächsten Jahren gefördert werden und die notwendigen Kasten auszuweisen. Die Betrachtung des Landwirtschaftsgebiet ist nach dem Siedlungsgebiet einer der nächsten wichtigen Schritte um als Stadt den Biodiversitätsschwund zu bekämpfen und funktionierende, resiliente Ökosysteme, auf welche wir alle angewiesen sind, weiter zu fördern.

Mehr Informationen