Auftrag 

Der Gemeinderat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen wie folgt anzupassen: 

  • 1. Bei der Ausschreibung mindestens eines Baufeldes auf dem Gaswerkareal folgendes Kriterium in die Ausschreibung zu integrieren. 
    • a. Der Bauträger ermöglicht, dass die sozialen und kulturellen Angebote der Anstadt weiterhin mit ähnlichen Konditionen stattfinden können. 
    • b. Falls sich im Laufe der Arealentwicklung herausstellen sollte, dass Punkt 1.a nicht umgesetzt werden kann, muss die Stadt einen äquivalenten Ersatzort für die Angebote der Anstadt zur Verfügung stellen. 
  • 2. Bei der Festlegung der Bauträger/der Bauträgerinnen, Angebote zu bevorzugen, welche ähnliche oder gleichwertige Angebote wie die Anstadt ermöglichen. 
  • 3. Die Anstadt bei der weiteren Planung des Areals mit einzubeziehen. 
  • 4. Allfällige Kosten, die für das Weiterbestehen des Angebots der Anstadt anfallen, zu übernehmen. Diese sind nicht auf Bauträgerschaften abzuwälzen, sondern von der Stadt zu übernehmen. 

Begründung 

Die Anstadt muss in ihrer aktuellen Form der Überbauung des Gaswerkareals weichen. Die Anstadt ist nicht „nur“ ein Wohnort, sondern bietet auch viele soziale und kulturelle Angebote, die einen wichtigen Beitrag für die Bevölkerung der Stadt Bern darstellen. Die Angebote sind niederschwellig zugänglich und unkonnmerziell nutzbar (kostenfrei, Richtpreise oder Kollekte). Sie sind vor allem wichtig für Bevölkerungsgruppen, die zu anderen Angeboten keinen oder nur beschränkten Zugang haben. Die Anstadt leistet einen bedeutenden sozialpolitischen Beitrag, den es zu erhalten gilt. Die Ermöglichung der Angebote ist bei der Vergabe der Baufelder zu berücksichtigen. Folgend eine Auswahl der wichtigsten Angebote, welche die Anstadt betreibt:

Vielfältige Angebote 

  • KRK-Feuerwehrhalle: Dient als vielseitiger Veranstaltungsort von politischen Workshops und Kongressen (Bsp. abolish.ch), Theaterproduktionen (Bsp. theatrefulu.com), Kino, Musikfestival (pakt-bern.ch) bis zu einem Filmset. 
  • Vakuum: genutzt von über 1000 Menschen als Probe-, Veranstaltungs-, Kurs- und Trainingsraum 
  • Nutzung als Wagenbau und Stellplatz : Zum Beispiel für die Artisrinnen des Zirkus Chnopfs 

Kulturelle Angebote: 

  • Kino Top 
  • Club und Konzertlokal 
  • Flohmarkt 
  • Sommerkonzerte 

Soziale Angebote: 

Nutzungsräume 

  • Gemeinschaftsküche zum öffentlichen Gebrauch 
  • Mobiler Pizza-Ofen 
  • Offene Holz- und Metallwerkstatt 
  • Jugendecke: Mehrere Wagen für Jugendliche aus Stadt und Quartier. 
  • Spielplatz für Kinder 
  • Sitzungsräume und Büro 

Schlafplätze 

  • 5 temporäre Stellplätze: zur ganzjährigen Nutzung (max. ca. 3 Monate pro Person/Gruppe) für Reisende und Saisonniers 
  • Kollektiv Schlafplatz (Wohnort für strukturell ausgegrenzte Menschen) 
  • Anstadt Soligruppe mit Spendenkonto (Ermöglicht permanente Wohnunterkünfte für marginalisierte Menschen inkl, finanzieller, psychischer und juristischer Unterstützungsarbeit): 
  • Zelt- und Übernachtungsplatz mit sanitären Anlagen: für diverse Anlässe (Velokurier-WM, Polit-Anlässe anderer Institutionen u.a.) 

Das vielfältige soziokulturelle Angebot der Anstadt ist bei der weiteren Entwicklung der Überbauung des Gaswerkareals von Beginn weg zu berücksichtigen. Bei der Vergabe der Baufelder an marktorientierte oder gemeinnützige Bauträger sind Angebote zu bevorzugen, welche ähnliche oder gleichwertige Angebote der Anstadt ermöglichen. 

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