Prüfauftrag

Dem Gemeinderat wird folgender Prüfauftrag erteilt:

  1. Wie die Stadt Bern während der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ (25. November – 10. Dezember) ein sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum setzen kann, um auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam zu machen und Solidarität mit Betroffenen auszudrücken.
  2. Ob und wie eine orange Beleuchtung zentraler Berner Gebäude koordiniert umgesetzt werden kann, um die Kampagne städtisch sichtbar zu unterstützen.
  3. Ob es möglich und angemessen ist, die Vornamen der Femizidopfer des aktuellen Jahres auf ausgewählte Gebäude zu projizieren, um auf die tödlichen Folgen geschlechtsspezifischer Gewalt aufmerksam zu machen.

Begründung

Vom 25. November bis 10. Dezember finden weltweit die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ statt – eine Kampagne, die seit Jahrzehnten auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam macht und Städte dazu aufruft, klar Stellung zu beziehen. Gewalt an Frauen und Mädchen ist auch in der Schweiz ein ernstes Problem: Die Zahl der gemeldeten Fälle häuslicher Gewalt steigt, und jedes Jahr verlieren Frauen durch Femizide ihr Leben. Die Stadt Bern engagiert sich mit dem Aktionsplan Gleichstellung 2023-2026 für den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt. Dieses Engagement soll sichtbar werden. Viele Städte weltweit setzen während der „16 Tage“ Beleuchtungsaktionen ein, um Solidarität zu zeigen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Die orange Beleuchtung folgt dem internationalen Symbol der UN-Kampagne „Orange the World“. Zusätzlich kann die Projektion der Vornamen der Femizidopfer des laufenden Jahres ein würdiges Mahnmal darstellen und verdeutlichen, dass hinter den Zahlen Menschen stehen. Der Gemeinderat soll prüfen, wie eine solche Umsetzung datenschutzkonform und respektvoll gestaltet werden kann. Ein sichtbares Zeichen im öffentlichen Raum wäre ein klares Bekenntnis der Stadt Bern gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und ein Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung.